Warum bei uns Männer und Frauen
gleichgestellte Klienten sind

 

Wir benutzen auf dieser Website keine sogenannte “geschlechtergerechte Sprache”, 
weil wir sie für äußerst unpraktisch und umständlich, ausgesprochen unschön, abseits der Logik und moralisch anmaßend halten. Der Begriff "Klient" umfasst in unseren Texten sowohl beide Geschlechter als auch sich geschlechtslos fühlende Menschen.

Umständlichkeit: 
Die grassierende Beidnennung (Bürger und Bürgerinnen, Wähler und Wählerinnen, Schüler und Schülerinnen, Soldaten und Soldatinnen) bläht Texte nicht nur unnötig auf, dieser Beidnennungs-Zwang beraubt sie auch ihrer Verständlichkeit und führt zunehmend zu Verwirrung. *) 
Und - müssen wir denn tatsächlich auf Schritt und Tritt an die Selbstverständlichkeit erinnert werden, dass es den Menschen in weiblicher und männlicher Ausfertigung gibt? 
 
Ästhetik: 
Die “geschlechtergerechte Sprache” ist unschön und tut der Sprache Gewalt an. Der Germanist und Romanist Roland Kaehlbrandt führt denn auch nicht zuletzt ästhetische Argumente gegen das “Gerechtigkeitsdeutsch” an und konstatiert Künstlichkeit und den Verlust von Sprachschönheit: 
“Die sprachlichen Verrenkungen, die aus dem akademischen Milieu in die Öffentlichkeit gelangen, zeugen zwar von Engagement für die Sache, aber leider auch von Weltfremdheit und mangelndem Sprachgefühl.”  **)  ***)

Absurdität:
Besonders absurd wird das Ganze, wenn ein Redner, wie zum Beispiel der frühere Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit silbenverschluckend seine Ansprachen mit "Liebe Berliner und Berliner" beginnt. 
Auf Veranstaltungen bestimmter Parteien beginnen Reden oft mit einem deutlichen "Liebe Genossn und Genossn". Hier muss sich der Redner zumindest nicht den Vorwurf der Geschlechtergerechten gefallen lassen, er hätte ein bestimmtes Geschlecht zum Nachteil des anderen zuerst genannt. Der Zuhörer hat Wahlfreiheit. 

Ob in einer Raucher-Gaststätte auch Raucherinnen zur Zigarette greifen dürfen, das steht auf keinem Schild. Auch werden Nichtschwimmerinnen (noch) nirgends gewarnt, wenn sie den "Nichtschwimmer"-Bereich" verlassen. Besteht da nun Lebensgefahr wegen geschlechtlichen Nichtgenanntwerdens oder reicht dann vielleicht doch gesunder Menschenverstand zum Begreifen, dass das Wasser für männliche UND weibliche Badegäste tiefer wird? 

Nicht zuletzt wollen wohl auch praktizierende und angehende Mediziner nicht auch noch gegen Krankheitserreger und Krankheitserregerinnen kämpfen müssen.

Moralischer Zeigefinger: 
Der Begriff „geschlechtergerechte Sprache“ ist per se problematisch. Da nimmt jemand für sich in Anspruch, “gerecht” zu sprechen und unterstellt damit jedem nicht so Sprechenden unrechtes Tun. Wenn das nicht anmaßend ist - was dann? 

Der Elan mit dem dieses sprachliche Erziehungs-Programm vorangetrieben wird, erinnert ein wenig an die Selbstgerechtigkeit religiöser Eiferer. Bei solchen Zeitgenossen gibt es immer nur eine Gerechtigkeit, und zwar die eigene

Für den Sprachwissenschaftler Roland Kaehlbrandt ist die geschlechtergerechte Sprache Produkt einer “Bevormundungsgesellschaft”, deren Akteure mit “übertriebener Selbstgewissheit“ ihre sprachpolitische Agenda verfolgen und hierbei eine Art “Moraldeutsch” ins Leben rufen wollen.

Die Diskrimierung von Frauen durch die grammatikalische Form des generischen Maskulinums („die Studenten“) ist eine reine Behauptung. Die vom Grundgesetz garantierte Gleichberechtigung erkämpft man nicht, indem man mit ideologischem Umerziehungseifer derart in die Sprache eingreift. Es ist frommes Wunschdenken zu glauben, man könne durch solche Sprachmanipulationen das Bewusstsein ändern. Eher schafft man Widerstand gegen das berechtigte Anliegen der Gleichberechtigung und leistet einer nicht gewollten Geschlechtertrennung Vorschub.

Übrigens kritisiert bis heute niemand, schon gar nicht die betroffenen Männer, dass beim Plural von "der Mann", also "die Männer", der gleichermaßen weibliche bestimmte Artikel "die" vor eindeutig maskuline Objekte gestellt wird!

Letzten Endes ist unsere Entscheidung gegen die als "geschlechtergerecht" bezeichnete Sprache das Ergebnis einer Abwägung, bei der Praktikabilität und Sprachschönheit der Vorrang vor politischer Korrektheit gegeben werden. Als Menschen mit kulturgewachsener Sprachpraxis hegen wir die Hoffnung, mit unserer Entscheidung von der Toleranz der Sprachgerechten ausgehen zu können. 


*) Hessens Finanzminister Thomas Schäfer sorgte im Juni 2015 im hessischen Landtag für Heiterkeit, als er von «kreisangehörigen Gemeindinnen und Gemeinden» sprach.  Quelle

Auf Schildern in Bahnhöfen wird nicht vor "Taschendiebinnen und Taschendieben" und bei Aktenzeichen-xy wird nicht vor "Trickdiebinnen und Trickdieben" gewarnt. In der Berliner S-Bahn zahlen Schwarzfahrer 60,- € Strafe, von Schwarzfahrerinnen steht nichts auf dem Hinweisplakat.

"Liebe MitgliederInnen" ... so beginnen seit einiger Zeit Newsletter, die bei uns eingehen. 
"Liebe MitgliederInnen" ... da stellt sich schon die Frage, ist aus dem Gender-Sprech inzwischen sowas wie "Genderismus" geworden, haben Menschen Angst davor, von den allgegenwärtigen "Genderisten" in die Ecke der politisch nicht Korrekten gestellt zu werden, sofern nicht alles und jedes seine weibliche Endung bekommt - so falsch es auch sein mag?

Anders mag die Wort-Kreatur "MitgliederInnen" nicht erklärbar sein. Sie ist zunächst mal eine Abkürzung. Auch den Gendergerechten scheint es wohl oft zu mühsam, ihre Werte konsequent zu vertreten, so dass aus einem respektvollen "Liebe Leserinnen und liebe Leser" immer häufiger die verkrüppelte Form "Liebe LeserInnen" mal mit / und mal ohne / wird.

Was aber bitte sind nun "MitgliederInnen"?? Der Begriff "Mitglied" ist weder männlich noch weiblich sondern, die deutsche Sprache macht's möglich: sächlich! Das ist Grundschulwissen.
Sehen die aktiven Gendergerechten das Weibliche nun auch noch vom Sächlichen unterdrückt und diskriminiert? Was ist dann ein einzelnes weibliches Mitglied - eine Mitgliedin oder eine Mitgliederin? Das "Mitglied" ist von Hause aus sächlich, nicht männlich, nicht weiblich. 

Die Pluralendung "-er", (also Mitglieder) scheint aber in vielen gendergerecht geprägten Köpfen inzwischen eine derartige Männlichkeitsphobie auszulösen, dass da schon automatisch ganz brav eine "Mitgliederin" entsteht. 
Viele sächliche Begriffe enden im Plural übrigens auf "-er". Aber das klingt manch Gendergerechtem wohl viel zu männlich, viel zu maskulin in den Ohren.
Die korrekte Anrede jedenfalls ist: "Liebe Mitglieder" - nichts anderes.

Wer einmal nach „Mitglieder und Mitgliederinnen“ googelt, wird erstaunt sein, wieviele Menschen sich bereits in vorauseilendem Gehorsam und offensichtlicher Unkenntnis ihrer eigenen Muttersprache (noch so ein genderungerechtes Wort) dieser vermeintlichen "Sprachgerechtigkeit" unterwerfen:


**) Stilblüten: 
„Die Dozierenden riefen die Studierenden zum Unterricht“ 
„Auf dem Schulhof tobten die Lernenden“. 
Von Max Goldt stammt dazu das folgende Zitat: 
„Wie lächerlich der Begriff Studierende ist, wird deutlich, wenn man ihn mit einem Partizip Präsens verbindet. Man kann nicht sagen: In der Kneipe sitzen biertrinkende Studierende. Oder nach einem Massaker an einer Universität: Die Bevölkerung beweint die sterbenden Studierenden. Niemand kann gleichzeitig sterben und studieren.“

***) Roland Kaehlbrandt: Logbuch Deutsch. Wie wir sprechen, wie wir schreiben

Weitere Lesetipps:

- Josefine Janert: Professx trifft Student*innen? (FAZ)
- Rainer Paris: Studierende(NZZ)
- Generisches Feminimum an der Uni Leipzig. In der neuen Verfassung der Universität Leipzig ist nur noch von „Professorinnen“ die Rede, die Professoren sind "mitgemeint".
- Volker Zastrow: „Gender Mainstreaming“ – Politische Geschlechtsumwandlung
- Harald Martenstein: Schlecht, schlechter, Geschlecht – Die ZEIT
- Ein schöner Beitrag zum Thema aus der Schweiz .
- Arthur Brühlmeier: Sprachfeminismus in der Sackgasse
- Margret Jäger: Gewalt gegen Frauen – durch Sprache?
- Birgit Kelle: GenderGaga - Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will
- Dagmar Lorenz: Die neue Frauensprache – Über die sprachliche Apartheid der Geschlechter
- Tomas Kubelik: Genug gegendert. Halle 2013. 
- ein etwas ausführlicherer Text  

Hier der Vortrag von Dr. Tomas Kubelik: Wie Gendern unsere Sprache verhunzt

Gendergaga | Interview mit Birgit Kelle

 

 

Wir freuen uns, an dieser Stelle auf eine Initiative des 
Vereins Deutsche Sprache e.V. aufmerksam machen zu können:


 

Wir danken dem ursprünglichen Verfasser dieses Textes, den wir in etwas abgeänderter Form 
übernommen und erweitert haben, für seine Idee und Arbeit.