Synergetische Familien- und Systemaufstellungen

Familienaufstellungen

Jedem System liegt eine ursprüngliche Ordnung zugrunde - und in jedem System wirken die Systembestandteile synergetisch aufeinander. Auch Familien, ganze Familienlinien unterliegen diesen Wirkungen. So gibt es z.B. in Familien eine Art "kollektives Gruppengewissen", das auf die Familienmitglieder wirkt. Ist womöglich jemandem in diesem Familiensystem ein Unrecht geschehen, oder haben ein oder mehrere Mitglieder ihren dort eigentlich angestammten Platz verloren, vielleicht wurden sie aus dem System ausgeschlossen oder vergessen, dann kann in diesem System ein unwiderstehliches Bedürfnis nach einem Ausgleich der Ordnung zum Ausdruck kommen. 

Das heißt, dass ein Unrecht, welches in früheren Generationen geschehen ist, später noch einmal von einem oder mehreren Nachfahren unbewusst dargestellt oder sogar erlitten wird. Dies ist eine Art "systemischer Wiederholungszwang". Dabei handelt es sich oft um sogenannte Verstrickungen zwischen Familienmitgliedern des Systems. 

Je nach Schwere des Schicksals gibt es manchmal sogar Auswirkungen über mehrere Generationen hinweg. So kann es sein, dass später Geborene für eine Schuld sühnen, für die keine Verantwortung übernommen wurde. Dabei ist es unerheblich, ob der Verstrickte den Menschen, dessen schlimmes Schicksal er in der Dynamik nachahmt, kennt, gekannt hat oder nicht. Die Wirkungen solcher Verstrickungen reichen von persönlichem Unglück, Kinderlosigkeit, beruflichem Misserfolg bis zu Krankheiten oder Tod.


Aufgabe der Familienaufstellung ist es nun, dass der Klient sein eigenes Familiensystem, d.h. einzelne Mitglieder dieses Systems (auch generationsübergreifend, ggf. also auch nicht mehr lebende Vorfahren) in einer sichtbaren Form aufstellt, damit solche Schicksale aufgezeigt und dann nach Möglichkeit in eine für das Familiensystem förderliche Lösung gebracht werden können. 

Dies geschieht überwiegend in Gruppen-Aufstellungen, bei denen Anwesende als sogenannte Stellvertreter oder Repräsentanten die Rolle eines Familienmitgliedes übernehmen. Diese Stellverteter werden vom Klienten ausgewählt, ihrer Rolle zugeordnet und dann von ihm intuitiv an einen Platz im Aufstellungsraum geführt. 

Wenn alle Stellvertreter der Anfangs-Konstellation ihren Platz eingenommen haben, beginnt der Aufstellungsleiter damit, das Befinden der einzelnen Stellvertreter und ihre Wahrnehmungen und Gefühle zueinander zu erfragen und kann damit mögliche Probleme, Spannungen etc. in diesem System sichtbar machen. Im Verlauf der Aufstellung können immer auch weitere Stellverteter für weitere Familienmitglieder oder ggf. andere wichtige Personen hinzugestellt werden. Dies kann wiederum zu neuen oder veränderten Wahrnehmungen bei den bereits aufgestellten Personen führen. 

Erstaunlicherweise entspricht das von den Stellvertretern Wahrgenommene oder Ausgedrückte auffällig oft den Eigenschaften der Personen, die sie gerade repräsentieren - ohne dass ihnen diese Personen bekannt sind. Derart aufgedeckte Konflikte, familiäre Verstrickungen oder Spannungen im aufgestellten Familiensystem werden dann im Verlauf der Aufstellung von den Stellvertretern "stellvertretend" für die echten Familienmitglieder entschärft, entstrickt bzw. aufgelöst.

Das Phänomen dieser Arbeit besteht darin, dass diese Auflösungen bei den echten Familienmitgliedern "ankommen" und dass sich familiäre Spannungen dort auf "wundersame Weise" lösen können.

Neben den Gruppen-Aufstellungen gibt es auch die Möglichkeit der Einzel-Aufstellung, bei denen keine weiteren Personen anwesend sind. Als Stellvertreter kommen hier geeignete "Platzhalter" zum Einsatz, die vom Klienten intuitiv im Raum platziert werden. Der Klient erforscht nun selbst die "Gefühle" der so Positionierten und ihr Verhältnis zueinander, indem er wechselweise deren Position einnimmt. Somit wird die Dynamik in diesem System für ihn sichtbar und spürbar. Durch Veränderungen an der anfänglichen Positionierung kann dann eine vielleicht spannungsbeladene Dynamik in einen entspannteren Zustand überführt werden.   

In beiden Fällen lässt sich damit die im System wirkende Dynamik aufzeigen und verbessern. So genannte Schicksals- oder Seelenverbindungen und deren bis ins heutige Leben wirkenden Folgen werden dabei überraschend klar sichtbar, fühlbar und wahrnehmbar. In bewegenden Schritten erhalten z.B. aus dem Familiensystem Ausgeschlossene, Nicht-Gesehene oder früh Verstorbene ihren Platz, was zur Harmonisierung des Systems führt. Ebenso können mögliche "Schuldfragen" geklärt oder frühere Bindungen in Würde gelöst werden.

  
Systemaufstellungen

Wir bewegen uns und leben nicht nur in unserem Familiensystem, sondern immer auch in vielen anderen Systemen, die uns mehr oder weniger stark in sich einbinden. Dazu gehören der Arbeitsplatz, die Schule, der Freundeskreis, das politische Umfeld und vieles mehr. 

Systemaufstellungen können ebenfalls als Gruppen- oder Einzel-Aufstellung durchgeführt werden. In beiden Fällen können sie sichtbar und erlebbar machen, warum vielleicht jemand immer wieder im Job Schiffbruch erleidet oder warum er beispielsweise gemobbt wird. 

Das Besondere an den Systemaufstellungen ist, dass immer auch etwas Abstraktes aufgestellt werden kann, wie z.B. geplante Veränderungen im Leben. Weitere Themen können auch Entscheidungshilfen zu neuen Wohnorten oder Arbeitsstellen sein, ebenso die vielleicht fehlende "Lebensfreude", die "Erfolglosigkeit im Beruf" oder die häufige Frage "Was macht mich krank?".

Erfahrungsgemäß gibt es bei Systemaufstellungen immer Bezüge zum eigenen Familienfeld. 

Krankheiten oder Probleme, die natürlich auch als eigenständiges Thema aufgestellt werden können, sowie vielleicht bisher unbewusste zerstörerische Lebenskonzepte erscheinen durch die Aufstellungsarbeit in einem neuen Licht. Verständnis, Einsichten und Lösungen werden möglich. Und viele Dinge, die bislang unabänderlich schienen, erhalten nun die Möglichkeit, sich zum Guten zu wenden. 

Unsere Synergetisch-freilaufende und verdeckte Aufstellungsarbeit

Unsere Aufstellungsarbeit baut zunächst einmal auf den Konzepten von Hellinger, Varga, Lutterbeck u.a. auf. Aus unseren Erfahrungen damit hat sich unsere synergetisch-freilaufende sowie unsere generell verdeckte Arbeitsweise entwickelt. Beides gilt sowohl für unsere Familien- als auch für unsere Systemaufstellungen.

Trotz aller Bereitschaft und ihrer besten Absichten unterliegen Menschen, die als Stellvertreter in einem Feld aufgestellt werden, häufig ihren ganz eigenen Projektionen. Das heißt, sie sind dann unbewusst (manchmal sogar bewusst) Repräsentant ihrer eigenen vorgefassten Meinungen darüber, wie es eine bestimmte Rolle "auszufüllen" gilt. Ein aufmerksamer Aufstellungsleiter kann darauf reagieren und diesen Stellvertreter aus seiner Rolle entlassen, damit eine andere Person den Platz einnehmen kann. 

In vielen herkömmlichen Aufstellungen übernimmt jedoch sehr oft der Aufstellungsleiter dann eine Art "Regie", die wiederum seiner vorgefassten Meinung darüber entspricht, wie die aufgestellte Problematik gelöst werden müsse. Dabei werden von ihm meist sehr direktiv Lösungssätze ins Spiel gebracht, die ein Stellvertreter dann unabhängig von seinen Empfindungen oder Wahrnehmungen einem anderen Stellvertreter zu sagen hat. Manche Aufstellungen bestehen dadurch leider nur noch aus einem "Abarbeiten" des Aufsteller-Lösungssatz-Kataloges.

Um bestmögliche Ergebnisse für unsere Klienten erarbeiten zu können, haben wir in den vergangenen 15 Jahren eine Aufstellungsarbeit entwickelt, die durch den Ausschluss u.a. dieser genannten Faktoren tiefere Einsichten, wirksamere Erkenntnisse und nachhaltigere Lösungen möglich macht.  

Verdeckt aufzustellen bedeutet bei uns, dass alle ausgewählten Stellvertreter ihre Position zunächst ohne das Wissen um ihre Rolle einnehmen. Einzig der Aufstellungsleiter und der auswählende Klient haben dieses Wissen von Beginn an. Die Stellvertreter haben dadurch die Möglichkeit sich in weitestgehender Unbefangenheit zu sammeln. Wahrnehmung und Intuition erfahren dabei ein größtmögliches Maß an Echtheit, mögliche Projektionen der Stellvertreter werden auf ein Minimum reduziert. Erst im lösenden Verlauf der Aufstellung, spätestens an deren auflösendem Ende werden die Rollen durch den Aufstellungsleiter aufgedeckt. Die dabei entstehende Dynamik hat nochmals eine tiefgehende Wirkung auf das Aufstellungsfeld.  

Synergetisch-freilaufend bedeutet, dass den Intuitionen und Wahrnehmungen der Stellvertreter ein weit größerer Raum eingeräumt wird als in der klassischen Aufstellungsarbeit. Das oft praktizierte "Abarbeiten" der gängigen Aufsteller-Lösungssätze oder deren genötigtes Aufsagen findet so nicht statt. Vielmehr bewirkt die synergetisch-freilaufende Arbeitsweise, dass sich diese Lösungssätze aus sich heraus im Aufstellungs-Feld entwickeln und dann natürlich auch befreiend und auflösend ausgesprochen werden können. Neben dem aus der synergetischen Therapiearbeit bekannten Selbstorganisationseffekt sind das "direkte Ansprechen und wirken lassen" Merkmale dieser Aufstellungen.  

Zu den Systemaufstellungen gehören bei uns inzwischen auch die
Aufstellungen des Human Design Systems - Human Design Constellation

Sofern es sich im Verlauf einer Aufstellung als wichtig erweist, werden die genetischen Urbilder des Human Designs (Typ, Strategie, Zentren) auch in unsere Familien- oder Systemaufstellungen einbezogen.

Aufstellungsarbeit als Wahrnehmungs-Schule

Für Stellvertreter sind unsere Aufstellungen eine großartige Wahrnehmungs-Schule:
Diese Art der Aufstellungsarbeit ermöglicht den mitwirkenden Stellvertretern ein intensives Kennenlernen und Entwickeln ihrer eigenen Wahrnehmung und ihrer Intuition, und zwar unbeeinflusst von mitgebrachten Rollenvorstellungen. 

Hier geht es zu unseren nächsten Terminen 

Nach einer Aufstellung in der Gruppe erhält der aufstellende Klient (und NUR er!) von uns auf Wunsch eine Videoaufzeichnung (im avi-Format) auf sein mitgebrachtes Speichermedium (USB-Stick). 
Von Einzel-Aufstellungen kann ebenfalls eine Aufzeichnung mitgenommen werden.
Diese Aufzeichnungen dienen der eigentherapeutischen Nacharbeit.